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Er schob mit dem linken Mittelfinger die Brille hoch und nutzte mit dem gleichen Schwung den Zeigefinger und legte eine vorwitzige Strähne seines prallen Haarschopfes zurecht. Seine Augen funkelten. Er erhob sich. Die Schauspielschülerin hielt inne. Unruhe lag in ihren Augen. Sie schaute ihn fragend an. So war das Ritual.

Hast du schon einmal geliebt?

Ja, natürlich.

Natürlich ist es. In der Tat. Liegt es doch in der Natur des Menschen. Vögeln können sie alle, verliebt sind immerhin viele, aber wirkliche Liebe?

Ja, ich kenne sie.

Ich sehe es nicht Ich spüre es nicht. Du drückst es nicht aus! Denk an den, den du am meisten liebst.

Das kann ich nicht.

Doch du kannst. Gib deine Seele endlich frei!

Sie hielt die Hände vor’s Gesicht. Es war still auf der Bühne. Kein Rühren, kein Knistern, kein Raunen. Die Zeit tropfte regunglos. Er stand auf, wandte sich schroff ab und ging. Tränen liefen ihm über die Wangen. Alle konnten es sehen. Die Haarsträhne hing herab vor seinem linken Auge und seine Brille rutschte auf der feuchten Haut wieder auf die Nasenspitze.

 

 

 

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